Krypta St. Joseph

Andachtsraum und Ausstellung

Zur Geschichte der Krypta

Zu Beginn des Jahres 1719 wurde der kaiserliche Gesandte Graf Christoph Ernst von Fuchs wohl als erster Verstorbener in der Krypta der noch im Bau befindlichen Kirche St. Joseph beigesetzt.
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Verstorbene in der Krypta der St. Josephkirche beigesetzt. Eine Bestandsaufnahme aus dem Jahr 1938 zählte 284 Särge. Diese wurden teils mehrfach übereinander gestapelt um genug Platz zu haben.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche durch einen Bombentreffer massiv beschädigt, wodurch auch die annähernd 300 Särge unter der Kirche schwer beschädigt bzw. zerstört wurden. In der Festschrift zum 400 jährigen Bestehen der Gemeinde St Joseph steht hierzu:
„Am 21. April 1953 begann die mühselige Schutträumung und die Auflösung der Krypta. Seit der Zerstörung durch die Luftmiene hatte jedermann Zutritt zu den Grabkammern. Viele Särge waren verschwunden. Sie wurden wohl nach und nach als Brennlotz verwendet. Auch die meisten Bronzetafeln und Schilder waren gestohlen worden.
Die restlichen Särge wurden nun verbrannt und die Gebeine zum Teil unter dem Mittelgang der Kirche und unter dem Hochaltar eingemauert bzw. auf dem Ohlsdorfer Friedhof bestattet.
Es gibt sie nicht mehr, die Katakomben von Altona!“

Zu Beginn der 2000 Jahre entschloss sich die Gemeinde die vermauerten Bereiche in denen die Gebeine vermutet wurden wieder zu öffnen.
In Zusammenarbeit mit der Erzdiözese wurden Archäologen beauftragt
die Funde aufzuarbeiten und zu ordnen. Neben den Gebeinen wurden auch unter anderem Sargbeschläge und andere Bestattungsbeigaben gefunden. Vieles wurde sicherlich auch in den wirtschaftlich schwierigen Nachkriegsjahren entwendet.

Mit der Krypta und dem Beinhaus wurde für die Verstorbenen eine würdevolle letze Ruhestätte geschaffen.

Der Raum dient als Andachtsraum in dem auch die verbliebenen Fundstücke ausgestellt werden. In der Regel findet jeden Mittwoch das Mittagsgebet in der Krypta statt.
Beginn ist um 12:00 Uhr, Dauer ca.10 Minuten.
Nach dem Gebet ist die Krypta noch ca. 1. Stunde zur Besichtigung geöffnet.